Try Scuba unterrichten

Try Dive: Der wichtigste Tauchgang

Schnuppertauchen, oder auch Try Scuba, ist das, was du bei der Arbeit in einer Tauchbasis sehr oft machen wirst. Hier kommen Menschen, die einfach mal wissen wollen, wie es so ist unter Wasser – und manche, die tauchen lernen wollen.
Nimm dir Zeit, um zu lernen, wie du das am besten machst. Schaue deinen Kollegen zu, wenn sie Schnuppertaucher im Wasser haben. Höre dir Briefings an, unterstütze ein wenig, schau hin, wie sie sich an Land und im Wasser mit den neuen Tauchern verhalten – und schau dir alles ab, was dir gefällt.
Lies dein ITC Manual, das Schülermaterial, das Instructor-Manual zum Try Scuba und schau in die Standards. Und schau dir diese Seite an – vielleicht hilft sie dir, dich auf deine Schnuppertaucher vorzubereiten
Schnuppertauchen wird oft belächelt und leider viel zu oft ohne viel Enthusiasmus durchgeführt. Dabei ist es doch der vielleicht wichtigste Tauchgang im Leben eines Tauchers: Das erste mal unter Wasser, ein Erlebnis, an das man sich für immer erinnert. Deshalb ist es wichtig, mit diesem Tauchgängen ganz besonders sorgfältig umzugehen und wirklich alles zu tun, damit es ein rundum gelungenes, schönes Erlebnis wird. Was du hier tust, kann entscheidend dafür sein, ob diese Person nie wieder ins Wasser möchte oder ein neues, wunderbares Hobby für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte findet.

Wie läuft ein Schnuppertauchgang ab?

Das Schnuppertauchen beginnt oft lange vor dem eigentlichen Tauchgang.  Nicht unter Wasser, sondern mit einem Lächeln, einem Gespräch, einem ersten Gefühl von Sicherheit. Und natürlich mit ein bisschen Papierkram.

Die Anmeldung und der medizinische Fragebogen gehören einfach dazu – meist übernimmt das die Basis, aber du solltest immer wissen, ob alles vollständig ist. Gerade bei gesundheitlichen Themen musst du sicher sein, dass der Tauchgang verantwortungsvoll durchgeführt werden kann. Auch wenn du die Formulare nicht selbst einsammelst, trägst du die Verantwortung, sobald du mit jemandem ins Wasser gehst. 

Dann geht’s an die Ausrüstung. Ob du sie selbst zusammenstellst oder jemand anderes – du solltest sie einmal komplett durchgehen. Was fehlt, was passt, was wirkt vielleicht noch fremd für den Teilnehmer? Nimm dir einen Moment, um alles zu prüfen. Es macht einen Unterschied, ob jemand sich gleich wohlfühlt oder schon beim Anziehen überfordert ist.

Diese Phase vor dem eigentlichen Tauchgang ist entscheidend. Du legst hier den Grundstein dafür, wie entspannt und neugierig jemand sich fühlt – oder wie nervös und verloren.
Wenn alles stimmt, du bereit bist und dein Teilnehmer sich gut aufgehoben fühlt, dann ist es soweit:

Let’s do a Try Dive.

💡 MySSI: Papierkram bequem 

Wie macht man es seinen Schnuppertauchern so leicht wie möglich? Mit MySSI.

Dort kann er oder sie sich kostenlos registrieren, bekommt einen kleinen Theorieteil zum Try Scuba – und sogar Zugang zur Theorie bis zum Scuba Diver. Außerdem kann dort gleich der medizinische Fragebogen sowie der Responsible Diver Code online ausgefüllt werden. Praktisch, übersichtlich – und für dich als Instructor ein gutes Stück entspannter.

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Briefing

Noch bevor die Flossen das Wasser berühren, beginnt für viele das eigentliche Abenteuer mit dem Briefing. Hier erklärst du, was passieren wird – und wie ihr gemeinsam durch diesen ersten Tauchgang geht.

Dein Teilnehmer weiß nicht, wie schwer die ganze Ausrüstung ist oder wie man durch einen Regler atmet. Vielleicht hat er oder sie noch nie eine Maske getragen. Alles ist neu – und dein Briefing ist der Moment, in dem aus Unsicherheit langsam Vorfreude wird.

Sprich klar und einfach. Erkläre, wie das Ausrüstungssetup funktioniert, welche Übungen ihr gemeinsam machen werdet und wie der Ablauf unter Wasser geplant ist. Lass deine Schnuppertaucher ruhig schon mal durch den Regler atmen, die Maske aufsetzen, alles anfassen. Und vor allem: Vergiß die wichtigsten Handzeichennicht, vor allem: „Alles okay“, „Auftauchen“, „Druckausgleich“, „Problem“ – und wiederhole sie ruhig noch einmal, wenn du später im Wasser bist.

Du musst nicht jedes Detail erklären – es geht nicht um eine Theoriestunde, sondern darum, Vertrauen aufzubauen. Wenn dein Teilnehmer das Gefühl hat, verstanden zu haben, was passiert, entsteht Sicherheit. Und genau das ist die beste Grundlage für einen entspannten Tauchgang.

Ein gutes Briefing dauert selten länger als 15 bis 20 Minuten. Danach ist die Aufmerksamkeit meistens weg – also überlege vorher gut, was du unbedingt unterbringen willst und was vielleicht doch noch nicht so wichtig ist.

Wenn du möchtest, kannst du dein Briefing auch planen und strukturieren – zum Beispiel mit dem Briefing-Builder, den du hier findest:

💡Briefing Builder

Du möchtest dein Briefing vorbereiten? Hier findest du eine kleine Hilfestellung: Den Briefing Builder.

👉Try Scuba Briefing Builder

Eintauchen: Ans Wasser gewöhnen an der Oberfläche

Jetzt wird es langsam ernst. Du hast Menschen mit im Wasser, die zum ersten Mal schweres Equipment tragen – und das in einer Umgebung, die ihnen völlig fremd ist. Bevor ihr wirklich taucht, braucht es einen Moment zum Ankommen. Und genau dieser Moment entscheidet oft darüber, wie der Rest des Tauchgangs verläuft.

Die ersten Atemzüge aus dem Regler sind die wichtigsten. Lass deine Schüler ihre Maske aufsetzen, den Regler in den Mund nehmen – und dann: einfach atmen. An der Oberfläche, mit dem Gesicht im Wasser. Du bist in der Nähe, idealerweise mit dem Kopf auch unter Wasser, und beobachtest genau, wie sich die Atmung entwickelt.

Sind sie ruhig, entspannt? Oder hektisch, kurzatmig?
Und vor allem: atmen sie überhaupt aus?

Manche heben immer wieder den Kopf, um auszuatmen – weil es sich für sie ungewohnt anfühlt, im Wasser loszulassen. Andere atmen so flach und schnell, dass sie sich nach kurzer Zeit eingeengt fühlen. Oft liegt das nicht am Regler, sondern am CO₂, das sich im Körper anstaut, weil sie nicht richtig ausatmen. Das fühlt sich an wie Luftnot – und kann Angst machen.

Was hilft: ruhig erklären, gemeinsam atmen, deutlich vorzeigen.
Ausatmen. Tief ausatmen. Und dann entspannt weiteratmen.

Wenn sich der Atem beruhigt, wenn deine Schüler an der Oberfläche liegen, ruhig blubbern und den Moment genießen – dann seid ihr bereit. Bereit für den nächsten Schritt.

 

Taucher OK

Abtauchen

Der Abstieg ist für viele Schnuppertaucher der seltsamste Moment überhaupt. Alles verändert sich. Die Perspektive kippt, die Welt wird leiser, schwereloser – und gleichzeitig viel ungewohnter. Kein fester Boden unter den Füßen, alles fühlt sich ein bisschen anders an. Nicht beängstigend, aber eben neu. Und genau deshalb wirkt dieser Teil des Tauchgangs oft etwas durcheinander. Nicht, weil du die Kontrolle verlierst – sondern weil sich die Schüler in einem völlig neuen Element wiederfinden.

Wie du den Abstieg gestaltest, hängt von den Bedingungen ab – und von deinem Stil.
Wenn das Wasser flach ist und alle stehen können, reicht oft schon ein klares Signal: BCD leeren, nach vorne fallen lassen, atmen. Viele brauchen dabei nur ein wenig Ermutigung – und ein paar Meter Vertrauen.

Ist es etwas tiefer, gehst du einzeln vor. Du hältst den Schüler fest, leerst erst dein eigenes Jacket, dann ihres oder seines – mit ruhigem Druckausgleichssignal und möglichst wenig Hektik. Auf dem Rücken schwebend kannst du sie sanft in Tauchposition bringen. Das wirkt kontrolliert, sicher – und gibt beiden Seiten Sicherheit.

Wenn du mit mehreren gleichzeitig unterwegs bist, helfen Abstiegsseile oder ein langsamer, schräger Abstieg, um die Ohren nicht zu überfordern. Immer mit Blickkontakt, immer mit dem Gefühl: „Ich bin da – und du kannst jederzeit stoppen.“

Unten angekommen ist es oft besser, sich erst einmal flach hinzulegen. Auf dem Bauch, das Gesicht nach vorn, einfach mal nichts tun. Nur atmen. Nur fühlen. Knien ist selten eine gute Idee – zu instabil, zu gezwungen. Wer liegt, kann leichter entspannen. Und vielleicht schon spielerisch ein wenig mit der Tarierung experimentieren.

Der erste Eindruck unter Wasser zählt. Wenn dieser Moment ruhig, sicher und angenehm verläuft, hast du den Grundstein für alles Weitere gelegt.

💡Wie viel Blei?

Über nichts kann man leidenschaftlicher streiten als über die richtige Bleimenge.
Was wir ganz sicher nicht wollen: Anfänger so überbleien, dass sie am Grund festgenagelt sind und volle BCDs brauchen um zu schweben.
Trotzdem kann es ganz am Anfang hilfreich sein, ein wenig zu viel zu haben. Warum? Die Entspannung setzt vielleicht nicht schon an der Oberfläche ein, sondern erst unten. Und tief ausatmen zum abtauchen klappt nicht für jeden auf Anhieb.
Was gut funktioniert: Blei nehmen, wie man es einem erfahrenen Taucher mit der Ausrüstung geben würde, und dann 2kg extra in die Jacket-Taschen. Wenn man unten ist, Ruhe da ist, alle sich wohlfühlen, kann man alles, was zu viel ist, rausnehmen. Nützlich dafür: Eine Boje oder ein sicherer Platz, um das Blei zu deponieren.

Rumtauchen

Jetzt seid ihr wirklich drin – und plötzlich ist alles anders. Die Welt wird stiller, langsamer, faszinierender. Deine Aufgabe? Dafür sorgen, dass genau dieses Gefühl bleibt.

Im Mittelpunkt steht das Erlebnis. Es geht darum, unter Wasser zu sein, zu atmen, zu staunen. Nicht darum, einen Prüfungskurs zu absolvieren.
Trotzdem: Wenn es passt, solltest du die zwei wichtigsten Skills einbauen – Regler wiedererlangen und Maske ausblasen.
Gerade die Maske wird sonst schnell zur Schwachstelle. Wer nicht weiß, wie er reagieren kann, wenn Wasser reinkommt, verliert leicht die Freude.

Aber: Nur, wenn der Moment stimmt. Ruhig, ohne Druck. Und am besten so flach wie möglich, fast an der Oberfläche.

Zwischendurch darf einfach mal getaucht werden. Ganz langsam, nicht tiefer als fünf Meter – es sei denn, die Voraussetzungen für den Basic Diver sind erfüllt. Aber oft ist es oben am schönsten.

Fische gucken, blubbern, treiben lassen.
Was für dich Alltag ist, ist für Schnuppertaucher pure Magie. Und genau das soll bleiben: ein gutes Gefühl, ein echtes Erlebnis – und vielleicht der Beginn von etwas Großem.

Auftauchen

Das Auftauchen ist schnell erzählt, aber trotzdem wichtig. Du gibst das Zeichen, ihr steigt langsam auf, und oben angekommen kontrollierst du, ob wirklich alle Jackets gut aufgeblasen sind. Kein Herumzappeln, kein Untergehen an der Oberfläche – einfach da sein, ruhig atmen, kurz orientieren.

Dann geht’s raus.
Plötzlich ist alles wieder schwer, die Beine tragen noch nicht richtig, alles fühlt sich ein bisschen wackelig an.
Hilf beim Ausstieg, wo es nötig ist. Oft reicht schon eine Hand, ein kleiner Schubs, ein kurzes Lächeln.

Und dann – ist es vorbei.
Oder vielleicht auch gerade nicht.
Vielleicht bleibt da dieser Gedanke: Das will ich wieder. Und genau das ist jetzt auch dein Job: Gehe das Erlebnis noch mal durch, und weise darauf hin, dass es weitergehen kann. Noch mal tauchen, Scuba Diver, OWD – lass sie nicht zu lange auf dem Trockenen.

Wie macht man das weltbeste Schnuppertauchen?

In deiner Ausbildung wirst du die Möglichkeit haben, unterschiedliche Tauchlehrer zu begleiten, wenn sie Kurse geben und Schnuppertauchen durchführen. Dabei siehst du unterschiedliche Stile, und kannst für dich entscheiden, was du davon übernehmen möchtest. Nutze jede Möglichkeit, mit erfahrenen Tauchlehrern unterwegs zu sein, entwickle dich zu einem guten Assistenten – und entwickle deinen eigenen Stil!
Unterschiedliche Bedingungen, unterschiedliche Zeitpläne und natürlich verschiedene Persönlichkeiten brauchen auch ganz unterschiedliche Lösungen. Es gibt nicht das eine Rezept für einen perfekten Schnuppertauchgang, dem du einfach nur folgen musst. Du wirst häufig an einen Rahmen gebunden sein, den die Tauchbasis setzt. Darin bleibt aber Platz, immer mal wieder etwas auszuprobieren, was dir besser gefällt. Halte dich an die Standards, die sind wichtig, und lass dich auch nie dazu zwingen, sie zu missachten – aber wie genau du das Programm umsetzt, darfst du wieder und wieder verändern, bis du wirklich richtig zufrieden mit deinem Schnuppertauchen bist.
Das perfekte Schnuppertauchen ist das, bei dem du und deine Schüler glücklich aus dem Wasser kommen und du neue Taucher gewonnen hast. 

 

Was berichten Teilnehmer?

Diese Beiträge sind journalistisch erfunden - aber lies doch mal in den Bewertungen von Tauchbasen aktuelle Berichte von Schnupprtauchern! Was hat ihnen besonders gut gefallen? Was hat sie verunsichert? Was macht ein wirklich gutes Erlebnis aus?

Julia, 32 Jahre

„Alles geil, super, ich werde Tauchlehrerin!“

Ich hätte nie gedacht, wie sehr mich das packt. Das Gefühl, unter Wasser zu atmen – unglaublich. Ich war sofort hooked. Der Instructor war super ruhig und klar, ich hab mich mega sicher gefühlt. Jetzt weiß ich: Ich will das beruflich machen!

Expertenkommentar

Beeindruckender Enthusiasmus! Und dazu hat der Tauchlehrer etwas beigetragen 🙂

Lena, 12 Jahre

„Panikattacke, alles bewegt sich, ich kriege keine Luft – nie wieder!“

Ich hatte Angst. Als wir runtergegangen sind, war plötzlich alles so fremd. Mein Atem ging schnell und ich hab nur noch den Drang gespürt, sofort aufzutauchen. Zum Glück war mein Tauchlehrer direkt bei mir und hat mich ruhig gemacht. Trotzdem – das ist einfach nichts für mich.

Expertenkommentar

Alles richtig gemacht, aber trotzdem hatte die Kleine ein schlechtes Erlebnis. Kann man das wieder einfangen?

Ute, 60 Jahre

„Wahnsinnig schöne Erfahrung, bunte Fische, super silent“

Ich bin sonst eher skeptisch bei Abenteuern – aber das war etwas Besonderes. Die Ruhe unter Wasser, das Schweben, und dann diese Farben! Mein Guide hat mir alles ganz in Ruhe gezeigt. Für mich war das pure Meditation.

Expertenkommentar

Da ist wohl alles genau richtig gelaufen!

Ben, 18 Jahre

„Voll cool, wir waren auf 30 m an einem Wrack – auf dem Weg nach oben war ich bei meinem TL am Octopus!“

Ich wollte Action – hab ich bekommen! Der Tauchgang war tiefer als gedacht und wir haben echt ein krasses Wrack gesehen. Beim Aufstieg hab ich kurz meine Luft unterschätzt, aber mein Tauchlehrer war sofort da. Das war heftig und cool – genau mein Ding!

Expertenkommentar

Der hatte zwar Spaß - aber der Tauchlehrer hat ihn wirklich ernsthaft in Gefahr gebracht. So eine Tiefe ist bei einem Schnuppertauchgang echt unverantwortlich.

Tobias, 39 Jahre

„Ich dachte, es wäre mehr wie im Aquarium – aber es war wie im Weltall!“

Dieses Gefühl der Schwerelosigkeit hat mich komplett überrascht. Ich hab vorher viel geschnorchelt, aber das hier war eine ganz andere Welt. Alles war so... still. Ich glaube, ich hab lange nicht mehr so bewusst geatmet.

Expertenkommentar

Das ist schön, wenn schon der erste Tauchgang so entspannt laufen kann!

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